Schweizer Jakobsweg 2026 – 4. Etappe Freiburg - Romont (29,3 km)
- Marko Priem
- 26. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Juni
Um 3 Uhr war ich wieder für 2 Stunden munter, schlafe dann noch mal ein und werde dann 6 Uhr von den Packaktivitäten der Rothenburger geweckt. Sie wandern zu dritt auch nach Romont, nur die eine Frau mit den Blasen bleibt zurück und fährt mit dem Zug nach Romont.
Ich frühstücke noch mit Roy, bei mir nur noch Banane und Heidelbeeren. Der Rest von Gestern. Als ich starte, liegt Roy nochmal im Bett und ich bin deprimiert, weil ich weiß, er wird mich dann locker irgendwann einholen. Aber gut, Roy ist 20 Jahre jünger, groß und schlank.
Ich mache mich also gegen 7.30 Uhr auf den Weg, um schnell aus der Stadt rauszukommen. Es geht erstmal stetig bergauf aber auch durch Wald. Angenehm für die Füße und im Schatten.
Bei Kilometer 6 ist es dann soweit. Roy überholt mich, aber es ist ok und wir haben auch vereinbart, dass jeder für sich geht.
Wir sehen uns in Posieux an einen Laden. Ich pumpe mich mit Wasser voll und fülle meine Flasche auf. Roy ist schon wieder weg.
An einem Flugplatz hätte ich gern eine Bank gehabt und hätte gern dem regen Flugbetrieb zu geschaut. Aber keine Bank und kein Schatten. Also weiter! Ab in den Wald.
Dort sehe ich wieder Roy, diesmal schläft er in seiner Hängematte. Also eine richtigere, nicht die soziale! Oder doch? Nee, es ist ok, wenn er im Moment ohne Job zurechtkommt und die Tour macht.
Ich störe ihn nicht und gehe leise weiter. Er holt mich sowieso wieder ein.
Es geht in eine Schlucht mit Fluss und vorbei an einer Quelle. Ein schöner Platz im Schatten.
Die zweite Hälfte des heutigen Weges verläuft auf einsamen Landstraßen und der Asphalt nervt und die pralle Sonne auch. Überall wo ich mal Schatten finde, mache ich eine Pause.
An einer Jakobskapelle treffe ich noch mal Roy. Jetzt gehen wir dann doch noch ein paar km zusammen und Quatschen.
Also wenn sich kein Job für ihn findet, möchte Roy bis Santiago durchlaufen. Eigentlich wollte er heute nicht so weit laufen, fühlt sich aber gut und will nach Romont noch weiterlaufen.
Dann schicke ich ihn weiter, in dem ich wieder eine Pause ankündige. Wir verabschieden uns. Wir hatten gute Gespräche und es hat von der Schinderei abgelehnt.
Aber ich bin jetzt doch mit meinem Körper beschäftigt. Ich bin jetzt schon nach den 22 km im Eimer.
Nach 26 km taucht dann vor mir Romont auf. Und was für eine Freude! Die Stadt liegt auf einem Berg. Also nochmal Pause vor dem letzten Stück.
Mein kleines Hotel finde ich nach dem steilen Anstieg recht schnell und bin froh, dass ich nach über 29 Km mein Rucksack abnehmen und unter die Dusche kann.




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