Schweizer Jakobsweg 2026 – 6. Etappe Vucherens - Lausanne (25 km)
- Marko Priem
- 28. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 28. Juni

Auf dem Balkon bei Patrick und Sylvie konnte ich gestern gut entspannen. Patrick bot mir gestern noch sein selbstgebrautes Bier an. Da ich kein Alkohol trinke, lehne ich dankend ab. Aber die Riegel, die auf dem Tisch rumlagen, habe ich noch verdrückt. Es gab ja kein Abendbrot.
Sylvie bereitet mir einen tollen Frühstückstisch mit Eiern von den eigenen Hühnern. Wie immer zu viel.
Kurz vor 8 Uhr marschiere ich los, zuerst leichte Steigung über die Felder und dann geht es in den Jorat-Nationalpark, ein ausgedehntes Waldgebiet. Es geht immer mal auf und ab, aber der Wald spendet Schatten und heute weht auch der Wind. Beim Radeln würde ich ihn verfluchen, aber heute bin ich sehr dankbar für die Erfrischung.
An einen schönen Rastplatz finde ich ein Steinmännchen und ich entscheide mich meinen Stein, den mir meine kleine Enkelin Theresa bemalt und beklebt hat, dazuzulegen. Ich finde er passt gut dort hin und hebt sich von den anderen Steinen schön ab. Ich hoffe, meine kleine Theresa ist einverstanden.
Ich verweile noch am Platz, spüre gerade so ein kleines Tief.
Zum Glück geht der Weg weiter durch den Wald, mal Waldboden, mal Asphalt, aber viel Schatten. Inzwischen sind beide Füße hydraulisch bereift und mit der Zeit schmerzt jeder Schritt.
Der Weg nach Lausanne zieht sich mit weiter durch den Wald, schön aber auch immer wieder mit Treppensteigen. Immer wieder an einem kleinen Gebirgsflüsschen entlang. Er lädt ein, die Füße zu kühlen, habe aber Angst, dann auf Grund der vielen Blasen nicht mehr in die Schuhe zu kommen. Also weiter!
Bis zu den Vororten sehe ich so gut wie niemand. Von anderen Pilgern ganz zu schweigen.
In einem Vorort von Lausanne gibt es einen schönen Park mit See. Der Weg ist hier wegen einer Baustelle schlecht ausgeschildert und ich laufe eine Runde zusätzlich um den See.
Dann geht es steil Berg ab und ich sehe zum ersten Mal den Genfer See. So richtig freuen kann ich mich heute nicht. Einfach zu geschafft.
Ein paar Minuten später erreiche ich die Innenstadt und besuche die Kathedrale und hole mir dort meinen Pilgerstempel ab.
Meine Jugendherberge ist noch ziemlich weit außerhalb. Nachdem ich bis zur Kathedrale schon 25 km gelaufen bin, entscheide ich mich mit dem öffentlichen Nahverkehr dorthin zu fahren.
Ich frage eine Dame, wie ich am besten zu der richtigen Haltestelle komme. Sie ist sehr hilfsbereit, bringt mich zur richtigen Metro-Station und hilft mir noch beim Kauf des richtigen Tickets. Ich bedanke mich und sie entschuldigt sich für ihr schlechtes Englisch. Oh Gott, wie oft müsste ich mich da entschuldigen.
Die Metro fetzt richtig. Mit Bahnsteigtüren, so wie ich es nur aus Paris kennen. In St. Petersburg gibt es das wohl auch.
Leider fahre ich nur eine Station, dann geht es mit dem Bus weiter. Auch hier muss ich noch mal fragen.
Die Metro fährt über eine Brücke und oben drüber ist noch eine Brücke. Dort fährt der Bus. Klasse Verkehrssystem.
Ich muss bis zur Endhaltestelle. Von dort nochmal einen Kilometer zu Fuß. Allerdings lässt mich dieser Verkehrsknotenpunkt nicht zur Jugendherberge. Alles Baustelle.
Ein junger Mann hilft mir dann den Weg zu finden. Überhaupt sind alle sehr hilfsbereit und freundlich.
Die Jugendherberge ist ok und ich kann hier abends essen. Ist halt Kantinenessen aber ok. Gestern gab es gar nichts, heute wieder mal eine warme Mahlzeit.
Zum See schaffe ich heute nicht mehr. Dazu bin ich zu kaputt, aber morgen geht es ja am Wasser entlang.





Kommentare